Homöopathie im Dienste von Fußball, Olympia und anderen Sportarten

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Während der Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball, den Olympischen Spielen, und anderen sportlichen Wettkämpfen, kommen immer wieder die Fragen auf, welche Rolle homöopathische Mittel im Sport spielen können? Was wissen wir von ihrer Anwendung bei der Behandlung von Sport-verletzungen, oder als prophylaktisches und dabei legales Instrument zur Leistungssteigerung?

Es war ein Zeitschriftenartikel im Jahre 2008, der die Kritiker und Antagonisten des homöopathischen Behandlungsansatzes etwas sprachlos machte [1]. Der Autor berichtet, dass laut einer Umfrage, unter den Fußballmannschaften der ersten und zweiten Bundesliga, der Einsatz von homöopathischen Mitteln keine Seltenheit war. Es zeigte sich, dass 92% der medizinischen Teams  der Vereine, ihre Spieler homöopathisch behandelten. Im allgemeinen war man der Meinung dass die homöopathische Behandlung deutliche Vorteile gegenüber anderen Formen der medizinischen Betreuung hat.

Ärzte, Homöopathen und Heilpraktiker sehen die Homöopathie als einen alternativen Ansatz zur Gesundheitsversorgung, der nicht-invasiv sondern eher sanfter Natur ist, und dabei äußerst wirksam in der Behandlung von körperlicher Belastung und Überanstrengung ist [2]. Zwischenzeitlich wird anerkannt, dass es bei einer homöopatischen Behandlung zu einer schnelleren Erholung nach Verletzungen kommt [3], und dass homöopathische Mittel weitestgehend frei von unerwünschten Nebenwirkungen sind[4]. Die Anwendbarkeit der Homöopathie, als ergänzende Behandlung zu Interventionen anderer medizinischer Disziplinen, wird als vorteilhaft für den Patienten angesehen [5]. Die Tatsache, dass die Verschreibung von homöopathischen Mitteln nicht grundsätzlich durch Dopingbestimmungen beschränkt ist [16], macht die homöopathische Behandlung besonders attraktiv für aktive Laien und Sportprofis [6]; [1]; [7]; [8].

Die erwähnte Umfrage ergab, dass 76% der Fussballvereine, hauptsächlich Komplexhomöopatika in der homöopathischen Behandlung ihrer Spielern verwenden [1]. Das meist angewandte Präparat bei Verletzungen, die durch körperliche Anstrengung beim Sport verursacht werden, ist “Traumeel”. Dieses Komplexmittel war Gegenstand umfangreicher Tests und Studien [9] und ist daher  oft als homöopathisches “Diclofenac” beschrieben worden [10]. Die Studien haben gezeigt, dass die  Wirksamkeit und Verträglichkeit von Traumeel, für die Patienten, durchaus der herkömmlichen nicht-steroidalen, anti-entzündlichen Behandlung  überlegen ist[11]; [12]; [13].

Es gibt wenige wissenschaftliche Studien zu homöopatischen Einzelmitteln, aber die bereits erbrachten Forschungsergebnisse zu homöopathischen Einzelpräparaten für die Behandlung von Sportverletzungen, lassen vermuten, dass Arnica und Rhus toxicodendron am weitesten verbreitete Verwendbarkeit aufweisen [14]. Es gibt nur wenige Untersuchungen, die die Effektivität anderer homöopatische Mittel für Sportverletzungen, überprüft haben.

Jedoch ein weit breiteres Spektrum an homöopatischen Heilmitteln kommt aus der Erfahrung in der alltäglichen Anwendung, was darauf hindeutet, dass dem Behandler wie auch dem Athleten, mit der homöopathischen Behandlung im Bereich des Sport, durchaus ein sehr erfolgreiches Instrument zur Verfügung steht. Eine Reihe von Autoren haben Nachschlagewerke verfasst die Einblicke in die Verschreibung von homöopathischen Mittel im Sport liefern.

Bei der prophylaktischen Verschreibung, soll heißen, in der Abwesenheit von akuter oder chronischer Symptomatik, ist die homöopathische Behandlung etwas umstritten.  Viele Homöopathen sehen in diesem Ansatz der homöopatischen Verschreibung, eine Verletzung der homöopathischen Prinzipien  Hahnemanns [15]. Dieser beschrieb in seinem Organon, dass in der klassischen Homöopathie der Schwerpunkt auf der individuellen Behandlung liegt [15]. Eine prophylaktische Verschreibung aber, zielt auf die Vermeidung einer möglichen, künftigen Erkrankung oder Verletzung hin, und setzt eine Behandlung  vorraus die in Abwesenheit von Krankheitssymptomen, ein adequates Heilmittel verschreibt. Mit diesem Ansatz ist es möglich, vielen noch nicht Erkrankten die gleiche Behandlung zukommen zu lassen, gleichgültig der homöopathisch so wichtigen Aspekte der Fallaufnahme, die aus den Eigenheiten des Patienten und dessen individuellen krankhaften Symptomen ein homöopatisches Mittel erörtern lässt.

Dieser kritisch beäugte, prophylaktische Ansatz war jedoch Hahnemann nicht gänzlich unbekannt. Tatsächlich wandte er die prophylaktische Form der Verschreibung im Falle von Epidemien an. Hierfür wurde aber der Genus epidemicus verschrieben, wie Hahnemann in Aphorismus 102 des Organon beschrieb [15]. Diesem jedoch liegen andere Prinzipien zugrunde.  Während es für diesen Ansatz bereits positive Effektivitätsstudien gibt, gibt es für die vorherige Verschreibungsweise bis heute nur uneinheitliche Studienergebnisse [14]. Allerdings gibt es Quellen praktischer Erfahrung die davon berichten, dass diese Art der Anwendung, unter Verwendung homöopatischer Mittel in prophylaktischen Gaben, zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit geführt haben [6].

Im allgemeinen gibt es weltweit nur wenige Studien über den Einsatz von homöopathischen Mitteln bei Sportlern. Die obige Umfrage jedoch [1] zeigt, dass die praktische Anwendung homöopatischer Mittel weit umfangreicher ist als bisher angenommen. Von der Forschung, und aus Erfahrung in der Praxis geht hervor, dass die Homöopathie eine praktikable Behandlungsoption für körperlich aktive Personen, Profis wie auch Amateure ist. Sei es im Fußball, bei Olympischen Spielen oder bei anderen sportlichen Ereignissen, es gibt viele Anwendungen einer homöopathischen Behandlung im sportlichen Bereich. Homöopathie kann bei der Erholung von Verletzungen, Überanstrengung  und bei dem Wunsch nach Leistungssteigerung hilfreich sein.

Wer mehr wissen möchte (in Englisch): “The homeopathic treatment of sports-injuries” http://hpathy.com/homeopathy-papers/the-homeopathic-treatment-of-sports-injuries/

Oder zum download (in Englisch) zum Thema “Sports-injuries” hier: https://careclin.org/readings-downloads-and-publications/

Referenzen:

[1] Meyer, D. (2008) EM-Profis setzen auf sanfte Medizin [online] last accessed 13 August 09 at URL http://www.spiegel.de

[2] DZS (2009) Individuell trainieren – Prof.Dr. P. Billigmann im Interview zum Thema Fussball [online] last accessed 20 March10 at URL http://www.zeitschrift-sportmedizin.de

[3] Medical tribune (2004) Professor Billigmann stärkt Sportler homöopathisch [online] last accessed 14 November 09 at URL http://www.medical-tribune.de

[4] Wellnessing (2007) Naturheilmittel – Umfrage unter den Mannschaftsärzten der ersten und zweiten Fussballbundesliga [online] last accessed 14 November 09 at URLhttp://www.wellnessing.de

[5] Subotnick, S. (Unknown) Report from the medical practice – Treatment of Achilles Tendinopathy in the Athlete [online] last accessed 27 October 09 at URLhttp://www.biopathica.co.uk

[6] Kayne, S. (1992) Homeopathy in sports medicine British Homoeopathic Journal, Vol. 81, pp.142-147.

[7] Pressetext.austria (2009) Homöopathie als Doping-sichere Sportlerbehandlung [online] last accessed 08 November 09 at URL http://pressetext.ch

[8] Zittlau, J. (2008) Blut an den Stollen [online] last accessed 14 November 09 at URLhttp://www.welt.de

[9] Pressetext.deutschland (2009) Leistungssteigerung mit der Homöopathie [online] last accessed 08 November 09 at URL http://www.aponeo.de

[10] DZS (2009) Individuell trainieren – Prof.Dr. P. Billigmann im Interview zum Thema Fussball [online] last accessed 20 March10 at URL http://www.zeitschrift-sportmedizin.de

[11] Birnesser, H., Oberbaum, M., Klein, P. & Weiser, M. (2004) The homeopathic preparation Traumeel S compared with NSAIDs for symptomatic treatment of epicondylitis[online] last accessed 17 January 10 at URL http://www.helhetsmedisin.net

[12] Schneider, C., Klein, P., Stolt, P. & Oberbaum, M. (2005) A homeopathic ointment preparation compared with 1% diclofenac gel for acute symptomatic treatment of tendinopathy [online] Explore Vol.1, No.6, pp.446-452, article from Elsevier, last accessed 08 November 09 at URL http://sciencedirect.com

[13] Schneider, C., Schneider, B., Hanisch, J. & van Haselen, R. (2007) The role of a homeopathic preparation compared with conventional therapy in the treatment of injuries: An observational cohort study [online] Complementary Therapies in Medicine Vol.16, pp.22-27, article from Elsevier, last accessed 08 November 09 at URL http://sciencedirect.com

[14] Mittelstadt, U. (2010) The homeopathic treatment of sports-injuries [online] last accessed 03 May 12 at URL http://hpathy.com

[15] Hahnemann, S. (1974) Organon der Heilkunst (2.Auflage) 6B Heidelberg:Karl.F.Haug Verlag.

[16] WADA (2012) What about homeopathic products and alternative medicine? [online] last accessed 03 May 12 at URL http://www.wada-ama.org

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