Von der Wichtigkeit ein informierter Patient zu sein!

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Bei einem Arztbesuch nehmen die meisten von uns eine etwas untergeordnete Position gegenüber der des Arztes oder des Behandlers ein. Dies ist eigentlich etwas ganz natürliches, denn wir sind krank, und in der Regel auf die Hilfe unseres Gegenübers angewiesen. Wir fühlen uns in unserem krankhaften Zustand nicht stark und vital, sondern schwach und verletzlich. Die meisten von uns sind auf dem Gebiet der Medizin nicht wirklich sachkundig, ersuchen daher Hilfe von jemandem der auf diesem Gebiet kundig ist, einem Mediziner oder einem Therapeuten anverwandter Disziplinen oder Bereiche. Möglicherweise haben wir aufgrund unseres mangelnden Sachwissens das Gefühl, nicht in der Lage zu sein die besten Entscheidungen angesichts unseres momentanen Gesundheitszustandes zu fällen. Aus diesem Grund suchen wir Experten oder Spezialisten auf, die in der betreffenden Materie ausgebildet, und dadurch in der Lage sind uns bei unseren Gesundheits-entscheidungen informierend zur Seite zu stehen. Auch dies ist völlig normal. Aber, sollten wir deshalb blind den Aussagen und Entscheidungen eines anderen folgeleisten? Sollten wir eine passive Position einnehmen und gänzlich die Verantwortung für unsere Gesundheit an einen fähigen Mediziner abgeben?

NEIN!

Wir können nicht, sollten nicht, und dürfen uns nicht auf andere verlassen, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, und die entsprechenden Entscheidungen in unserem Namen zu fällen!

Wir müssen Herr über unsere eigene Gesundheit sein, und müssen uns über fundierte Kenntnisse aller Fragen von der Ursache zur Heilung, über Intervention, Behandlung und Medikation informieren. In allen Phasen müssen wir uns darüber klar sein was uns präsentiert wird; wo liegt die Ursache, was kann getan werden, was ist notwendig, was nützlich und wirksam für unsere Genesung. Was fördert unsere Gesundheit, und hat möglichst wenige negative Auswirkungen …

Durch obige Aussage aber, scheint es als ob wir, als Patienten, sehr detailliert bezüglich aller Fragen zu Krankheit, Genesung und Gesundheitsversorgung informiert sein müßten. Dies ist jedoch nicht was mit dieser Aussage gemeint ist!

Es bedeutet einfach, dass wir aufmerksam, im Bezug auf unseren eigenen Zustand sein sollten, dass wir kritisch prüfen sollten was unser Arzt oder Therapeut empfiehlt und bereit ist für unsere Behandlung zu tun. Es bedeutet, dass wir neugierig sein sollten. Wir haben zu hinterfragen und zu verlangen, dass wir richtig informiert werden. Wir sollten nie Angst davor haben unseren behandelnden Arzt zu fragen was er meint oder was es bedeutet wenn er uns unbekanntes Vokabular verwendet. Jede Behandlung bei einem Arzt, einem Heilpraktiker oder dem Therapeuten eines anderen anverwandten Berufs ist eine Service-leistung. Er oder Sie ist für uns da, für den Patienten, also können und müssen wir das erfragen dürfen was wir nicht wissen, was sich jedoch auf uns und unseren Fall bezieht. Er oder sie muss uns dann eine angemessene und richtige Antwort geben, oder, wenn er oder sie keine probate Antwort weiss, uns auf geeignete Quellen verweisen wo wir die Antwort auf unsere Fragen bekommen können.

Die obige Aussage unterstreicht, dass ein Patient aufmerksam sein muss! Wachsam zu sein bedeutet, sensibilisiert zu sein für das was geschieht, wann es und wie es geschieht; was ändert sich, was verbessert und was verschlimmert den vorhandenen Zustand. Diese, zum Teil sehr feinen Details, können entscheidende Indikatoren für einen Arzt sein um eine adequate Behandlung einzuleiten.

Was sollten wir also als Patienten mitteilen, wenn die Notwendigkeit eines Arztbesuches gegeben ist?

– Wir sollten in der Lage sein, unseren Zustand mit dem wir vorstellig werden zu beschreiben. Wie anders fühlen wir uns jetzt, im Vergleich zu vor der Erkrankung. Wir sollten in der Lage sein, die Symptome die wir haben im Detail zu beschreiben.

– Wir sollten über unsere eigene Krankengeschichte informieren können. Welche Operationen haben wir gehabt, welche Impfungen erhalten. Leiden wir unter Allergien, welche Medikamente nehmem wir derzeit ein (verschreibungspflichtige und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel, sowie Nahrungsergänzungsmittel). Wir sollten von Nebenwirkungen, die wir während der Einnahme von Medikamenten eventuell haben wissen, und sollten immer den Verdacht auf Nebenwirkungen zur Sprache bringen.

– Wir sollten Einzelheiten der wichtigsten Familienanamnese wissen. Welche Erkrankungen liegen in der Familie, leiden die nahen Verwandten an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, etc. …

– Sind wir in Behandlung, bei anderen Gesundheitsdienstleistern müssen wir dies benennen, um nachteilige Wechselwirkungen von Therapien und Medikamenten zu vermeiden.

Es hilft also ein informierter Patienten zu sein um die bestmögliche Behandlung für den präsentierenden Krankheitszustand zu erhalten! Deshalb müssen wir fragen, fragen, fragen und im Zweifelsfall nochmals fragen! Wir müssen versuchen, genügend Informationen zu erhalten um ein ziemlich gutes Verständnis für unseren Zustandes zu haben. Und im Zweifel, müssen wir eine zweite Meinung einholen!

Wir müssen unseren Arzt über Behandlung und Medikamente befragen. Wir müssen die Packungsbeilage lesen und Ärzte, Apotheker oder anderes medizinisches Personal über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten die wir einnehmen befragen. Welche Allergien oder Nebenwirkungen befürchten wir. Wir sollten uns auch dessen bewusst sein, dass andere Medikamente die wir bereits einnehmen möglicherweise in ihrer Dosis erhöht oder verringert werden müssen wenn zusätzlich ein anderes Medikament verabreicht werden soll.

Es ist hilfreich, wenn wir jemanden mit uns nehmen, wenn wir unseren Arzt oder einen Therapeuten aufsuchen. Als kränkelnder Patienten ist uns möglicherweise unwohl, oder wir sind ängstlich. Wir könnten Wichtiges überhören, oder vergessen zu erwähnen. Da kann eine Begleitung erinnernd hilfreich zur Seite stehen.

Es ist wichtig, immer bewusst und kritisch beim Umgang mit seiner eigenen Gesundheits zu sein! Wir wollen die bestmögliche Behandlung erhalten, und es gibt viel, was wir tun können, um sicherzustellen, dass wir in der Tat diese auch erhalten! Deshalb ist es sehr wichtig, ein informierter Patient zu sein!

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