
Wenn es einem am Herzen unwohl ist, man wahrnimmt dass da etwas nicht so ist wie sonst, ist man schnell beunruhigt, oder sogar beängstigt. Kein Wunder, ist das Herz doch das Hauptorgan das uns am Leben hält. Aber, nicht immer muss gleich das Herz erkrankt sein. Oftmals kann der Ursprung für gefühltes Herzleiden ganz woanders liegen, und häufig können kleine Veränderungen bei Lebens-führung oder -gewohnheiten ausreichen um Unwohlsein zubeheben.
Es hat sich in unserer modernen Zeit gezeigt dass viele unserer Lebensgewohnheiten, vorallem unsere zunehmend hektische Lebensweise, unsere Gesundheit belasten. Unsere Work-Life-Balance ist stark auf Stress ausgerichtet und unsere Ernährungspräferenzen werden von der verfügbaren Zeit und unserem Einkommen bestimmt. Es ist nicht überraschend, dass unsere Gesundheit dadurch negativ beeinflusst wird. Es entwickeln sich immerzu neue „Lifestyle“-beschwerden die uns beeinträchtigen. Eine solche “moderne” Krankheit, die ihre ursächlichen Faktoren in unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten haben kann, ist zweifellos das “Römheld-Syndrom”.
Der Gastrokardiale-symptomenkomplex wurde erstmals in den frühen 1930er Jahren als eigenständiges Syndrom identifiziert und beschrieben, als Dr. Ludwig Römheld die durch gastrointestinale Beschwerden verursachte Symptomatik identifizierte.
Die Beschwerden eines Römheld-syndroms ähneln denen der Angina Pectoris, weshalb beide auch gerne verwechselt werden. Herzkopfen, Rhytmusstörungen, Durchblutungsstörungen, Schwindel, Atemnot, und damit verbundene Zustände von Angst, sind nicht selten auf das Syndrom zurückzuführen. Ausserdem kommt es im Zusammenhang mit “Röhmheld” zu Magen-Darm-Beschwerden, Gas-ansammlung im Magen/Darm-trakt, Übelkeit, Hitzewallungen, und Schlafstörungen, um nur einige zu benennen.
Die Ursache des Syndroms ist letztlich die Gasentwicklung im Verdauungstrakt. Entstehen kann dieses durch Mangelernährung, Nahrungsmittelintoleranz, Verdauungsstörungen, Sprechen beim Kauen oder aber durch erhöhtest Luft-schlucken. Aber auch Lebensstilfaktoren wie Stress, Ärger oder Depression sind dem zuträglich. Unsere sitzende Lebensweise kann ebenfalls eine Rolle spielen. Da wir den größten Teil unserer Arbeit im Sitzen erledigen, wenig Sport treiben, schnell und ungesund essen, sind wir anfällig. Solche Gewohnheiten machen uns früher oder später krank! Es gibt jedoch auch Krankheitsfaktoren, die das Römheld-Syndrom begünstigen. IBS, das Reizdarmsyndrom, wird als eine potentielle Ursache des Römheld-syndroms gesehen, ebenso wie die Existenz einer Hiatushernie. Auch eine neuronale Beteiligung des Vagusnervs wird bei der Entwicklung der Römheld-Symptomatik in Betracht gezogen.
Während eines “Anfalls” verdrängt der aufgeblähte Magen-Darm-Trakt die Organe in der Brusthöhle. Dem Patienten scheint der Platz in der Brust zu fehlen. Der aufgeblähte Bauch und die Gedärme drücken die Lungen zur Seite und erzeugen einen Druck auf das Herz, was zu Angst, Atemschwierigkeiten, Druckgefühl, Schwäche, Schwindel und Ohnmacht führen kann. Die Pulsfrequenz erhöht sich, Herzklopfen und Rhytmusstörungen können in Form von Tachykardie (schneller Puls) oder Extrasystolen auftreten. Weil die Symptomatik am Herzen empfunden wird führt sie einen Patienten nicht selten in die Obhut eines Kardiologen.
Bei durch Krankheit bedingten Ursachen, müssen diese behoben werden um Abhilfe von der Symptomatik zu schaffen. In Fällen in denen keine ursächliche Erkrankung vorliegt, empfiehlt die konventionelle Medizin die Verabreichung von Medikamenten, die Blähungen reduzieren und die Entwicklung von Gas im Verdauungstrakt hemmen.
Auch die Homöopathie hat diverse Mittel zur Verfügung um dauerhafte Abhilfe zu schaffen. Die Auswahl eines probaten Mittels bedarf allerdings einer individuellen Fallaufnahme und Mittelfindung, da die Homöopathie die Ursache behandelt und Symptome nicht nur kurzzeitig palliiert.
Doch man kann selbst der Entstehung eines Römheld-syndroms entgegenwirken und Symptome günstig beeinflussen. Viel kann bereits mit kleineren Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten erreicht werden. Die Vermeidung bestimmter Nahrungsmittel kann Symptome lindern und Anfälle vorbeugen.
Zum Beispiel kann es hilfreich sein den Konsum von Alkohol und von kohlensäurehaltigen Getränken zu reduzieren. Diese Getränke fördern die Verdauung im Darm und regen die Gas-produktion an. Fastfood, fetthaltige Mahlzeiten, Gemüse aus der Familie der Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte, Gebäck und insbesondere Weißmehlprodukte sollten vermieden werden. Diese Veränderungen können dazu führen die Verdauungsaktivität des Magens und des Darms zu beruhigen. Akute Linderung kann manchmal auch durch Kräutertees wie Fenchel, Melisse, Minze, Wacholder oder Schwarzkümmel erreicht werden.
